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Historie
Wann genau das Faustballspiel "erfunden" wurde, ist nicht bekannt. Als sicher gilt jedoch, dass die Wurzeln im südlichen Teil Europas liegen, möglicherweise in Italien. Schon drei Jh. v. Chr. soll dort ein Spiel entstanden sein, bei dem eine Kugel aus Leder mit Armen und Fäusten getroffen werden musste.
Im 16. Jahrhundert wurden die ersten Regeln aufgestellt. Das Spiel hatte damals allerdings weniger Wettkampfcharakter, sondern galt eher als Zeitvertreib und sportlicher Ausgleich bei Adligen und Edelleuten.
Johann Wolfgang von Goethe schreibt 1786 in seinem Tagebuch "Italienische Reise": ''Vier edle Veroneser schlugen den Ball gegen vier Vicenter; sie trieben das sonst unter sich, das ganze Jahre, etwa zwei Stunden vor Nacht.''
Erst im Jahre 1870 führte Georg Weber den Faustballsport in Deutschland ein. Hauptsächlich von Turnern als Ballsport zum Ausgleich betrieben, galt Faustball bald als Turnersportart. 1885 wurde es in Dresden erstmalig bei einem Deutschen Landesturnfest vorgeführt. Kurze Zeit später entstanden die ersten Regelwerke für Faustball als Wettkampfsport. Ab dieser Zeit trugen vor allem deutsche Auswanderer den Sport in alle Kontinente.
Anlässlich des Deutschen Turnfestes 1913 in Leipzig wurde die erste Deutsche Meisterschaft der Männer ausgetragen, wo Frankfurt gegen München gewann. 1921 folge die erste Faustballmeisterschaft für Frauen. Faustball, zwar immer noch dem Turnerbund angegliedert, war nicht länger ein Ausgleichssport für Turner, sondern eine eigenständige Sportart geworden. Bereits 1927 beteiligten sich in Deutschland fast 12.000 Mannschaften am organisierten Faustballsport.
Faustball heute
Das moderne Faustball wird hauptsächlich in Europa und Südamerika gespielt, vereinzelt auch in Nordamerika, Afrika und Asien. Die meiste Verbreitung findet es in Ländern mit hohem deutschsprachigen Auswandereranteil. Führende Faustballnationen sind Deutschland (9x Weltmeister Männer, 2x WM Frauen), Brasilien (2x WM Männer), Österreich und Schweiz (1x WM Frauen). Weitere Faustballnationen sind: Italien, Argentinien, Chile, Paraguay, Uruguay, Kanada, Namibia, Tschechien, Dänemark, Japan, Indien, USA]].
Die ersten Weltmeisterschaften, die alle vier Jahre stattfinden, gab es in den Jahren 1968 (Männer) und 1994 (Frauen). Darüber hinaus finden kontinentale Meisterschaften statt (z. B. Europameisterschaften) sowie kontinentale Meisterschaften auf Vereinsebene (Europa-Pokal, Südamerika-Pokal, Afrika-Pokal, Welt-Pokal). In den meisten Ländern mit zahlreichen Faustball-Anhängern werden nationale Meisterschaften von Bundesligen bis zu Kreis- und Gauligen ausgetragen, von Männern, Frauen, Jugendlichen und Schülern.
Faustball ist zwar nicht olympisch, aber seit Jahren bei den World Games vertreten. Neben den "großen" Sportarten wie Fußball, Tennis, Leichtathletik (um nur einige zu nennen) fristet der Faustballsport ein Randgruppendasein. Da jedoch nicht das große Geld im Spiel ist, ist es ein ehrlicher Sport geblieben, bei dem es Spielern und Fans um den Sport als solchen geht und nicht Gehälter den Ausschlag für Vereinszugehörigkeit geben.
Wer sich umfassender informieren will, dem seien die Seiten www.dtb-faustball.de und de.wikipedia.org/wiki/Faustball empfohlen.
Ansprechpartner:
Horst Knaack
Tel.: (030) 795 95 93
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