SG OSF Berlin – VfL Lichtenrade
35:34 (14:16)

Oh man, muss das denn sein…? Schon wieder ein Sieg in den letzten Sekunden. Spiele der männlichen A-Jugend der SG OSF sind in den letzten Wochen nichts für zarte Gemüter. Für Freunde des gepflegten Thrillers bieten sie hingegen beste Unterhaltung. Am Sonntagabend kurz vor dem Tatort fand also in der Geisberghalle das Halbfinale im Pokal des HV Berlin gegen den VfL Lichtenrade statt.

Die Randberliner sind Dauergegner in dieser Saison, denn mit Oberliga-Qualifikation und Ligaspielen traf man sich im Halbfinale bereits zum vierten Mal in dieser Saison und immer war es umkämpft oder eng. Die Vorzeichen für das Halbfinale waren auf OSF-Seite nicht die besten: Verletzungen und Krankheiten waren oft trotz Winterferienpause noch nicht komplett ausgeheilt und viele Spieler gingen mit Handicap in die Partie. Egal. Keine Ausreden heute. Es ging um den dritten Einzug ins Pokalfinale nacheinander.

Aber von Handicaps keine Spur: die männliche A legte los, wie die Feuerwehr, und zog durch Ballgewinne und schnelles und variables Angriffsspiel früh auf einen 3-Tore-Vorsprung davon (3:0, 5:2, 7:4). VfL Lichtenrade justierte sich und konnte ein Anwachsen des Rückstands verhindern (17. Minute: 10:7). Dennoch hatten die Jungs der SG OSF scheinbar alles gut im Griff, warum also nicht mal einen No-Look-Pass oder das hochkomplizierte Kreisanspiel versuchen. Muss dann aber auch klappen. Hat’s aber nicht. Dafür war Lichtenrade noch viel zu wach in der Abwehr und so wurden sie wieder ins Spiel gebracht. Folge war ein 4-Tore-Lauf der Fast-schon-Brandenburger und der ganze schöne Vorsprung war dahin (21. Minute: 10:11). Unnötig. Vor allem ist es dann aber nicht ganz einfach, wieder die Kurve zu kriegen. Das gelang zwar mit Ach und Krach (11:11, 12:12), aber das Momentum lag doch bis zur Halbzeit auf Lira-Seite (14:16).

Gleich nach der Halbzeit dann eine weitere schwierige Situation für die SG OSF: Doppelte Unterzahl und die Gefahr, dass Lichtenrade weiter davonzieht. Aber durch disziplinierte Abwehrarbeit konnte die SG OSF verhindern, dass die Südberliner mehr als ein Tor draufpacken (14:17); vor allem fanden die OSF-Herren dadurch aber wieder den Fokus. Die Abwehr stand gut und es folgten zahlreiche konzentrierte und gut strukturierte Angriffe und schon nach 6 Minuten der zweiten Halbzeit war der Ausgleich wieder geschafft (17:17). Dieses seltsame Momentum-Ding war jetzt wieder auf Seiten der Schöneberger und sie arbeiteten einen zwei Tore-Vorsprung heraus (22:20, 24:22, 25:23 in der 50. Minute). Nun stemmte sich Lichtenrade gegen die drohende Niederlage, auch als Trotzreaktion gegen die direkte Rote Karte gegen einen ihrer Schlüsselspieler: Sie glichen aus und das Spiel wogte nun hin und her. 2:20 Minuten vor Spielende ein Tor vor für Lichtenrade, 2 Minuten vor Spielende Auszeit OSF: sammeln, durchpusten. Eine Minute vor Schluss Ausgleich durch ein schönes Einläufer-Tor und verteidigen des eigenen Tores mit Mann und Maus. Abpfiff. Unentschieden. 29:29. Verlängerung.

Die Verlängerung ist dann an Spannung nicht mehr zu überbieten. Zunächst geht Lichtenrade immer mit einem Tor in Führung und OSF gleicht aus. Erste Halbzeit der Verlängerung: 32:33. Dann wendet sich in der zweiten Halbzeit der Verlängerung das Blatt und die OSF-Jungs können vorlegen und Lichtenrade muss nachziehen. 34:34 und noch 30 Sekunden zu spielen. Ballbesitz OSF. Demonstrativ ruhig wird der Angriff vorgetragen… dann schöne Einzelaktion mit Zug in die Schnittstelle und Tor: 9 Sekunden vor dem Ende. Schneller Rückzug. Wurf ab der Mitte abgefangen. Schlusspfiff. Unbändige Freude auf Feld und Tribüne. Und tiefes Durchatmen.

Und so heißt es für die männliche A der SG OSF zum dritten Mal in Folge: „Finaaaale, oho , Finale, ohohoho….“ Gegner am 2. Mai wird die SG AC Berlin / Eintracht Berlin sein. Beide Mannschaften können sich am kommenden Samstag schon einmal beschnuppern: Dann findet am Sachsendamm das Rückspiel in der Oberliga Ostsee Spree statt. Fans sind herzlich willkommen.

Bleibt der männlichen A-Jugend der SG OSF noch, sich sehr herzlich für die breite und lautstarke Unterstützung aus dem ganzen Verein im Pokalhalbfinale zu bedanken. Das war bereits Finalniveau! Super!

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